Goalsetting und Ziele erreichen – Wieso das NICHT funktioniert!


michael - Sonntag, 9 Januar 2011


Als ich meinen Jahresrückblick durchgeführt habe, musste ich feststellen, dass ich im letzten Jahr viele meiner Ziele nicht erreicht habe. Ich machte mir über die Gründe dafür viele Gedanken und bin zu dem Schluss gekommen, dass ich mich mit diesen Zielen nicht genug identifiziert habe. Ein weiterer Grund sind all diese klugen Tipps die es im Internet zu lesen gibt, dabei spielt es keine Rolle ob diese aus den Bereichen NLP, GTD (Getting Things Done), ZTD (Zen to Done) kommen.

Einer dieser Tipps, auf den ich mich hier im Beitrag beziehe, ist zum Beispiel das sogenannte SMART Modell, welches im NLP als sogenannte Wunderwaffe für den Erfolg kommuniziert wird.

In meiner Welt ist totaler Bullshit oder anders gesagt, funktioniert er nicht für mich.

Eine harte Aussage nicht war?  Lasst mich etwas ausholen, wie ich zu dieser Aussage komme.

Also das SMART Modell ist eine Abkürzung und beschreibt wie Ziele formuliert werden sollen:

Sinnspezifisch
Messbar
Attraktiv
Realistisch
Terminiert

Klingt so erst einmal nicht schlecht oder?

Ich selbst habe es auch sehr oft ausprobiert, verstrickte mich aber in endloser Planung. Eins meiner Probleme war, die nächsten Schritte (Next Actions) zu identifizieren. Letztendlich war ich mit dem Weg zur Erreichung des Ziels nicht zufrieden, immer wieder am Zweifeln (teilweise unbewusst) und habe mich nie auf den Weg begeben das Ziel in Angriff zu nehmen.

NLP = eine Sammlung von Techniken die funktionieren.

Ich denke nicht, auf jeden Fall funktioniert dieses Goalsetting Modell bei mir nicht. Immer wenn ich es anwende, sind die Ziele schon im Vorfeld ein totaler Reinfall.

Der beste Weg seine Ziele zu erreichen ist, es einfach zu tun.

Was meine ich damit?

Damals hatte ich den Wunsch eine Homepage aufzubauen. Ich hatte jedoch nicht die Ahnung wo ich beginnen sollte. Das einzige was ich wusste, war, dass Homepages mit HTML gestaltet werden. Ich hatte nicht die leiseste Ahnung wie HTML funktioniert und wusste auch nicht, wie ich meine Homepage gestalten sollte. Aber ich wollte es unbedingt und suchte bei Google einfach nach „HTML lernen“ und fand das kostenlose Buch „Selfhtml“.

Ich schaute es mir an und sah wie einfach HTML war. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nur das Buch, ich hatte noch keine Ahnung wie ich anfangen sollte und wie meine Homepage letztendlich aussehen sollte. Das einzige was ich wusste war, dass ich es unbedingt wollte.

Mir war von Anfang an klar welches Thema meine Seite haben sollte und schaute ich mir die Seiten von den Mitbewerbern an. Bei all den Seiten sah ich, dass diese eine Menüstruktur hatten und ich fing an, als erstes mit den sogenannten HREF-Links zu experimentieren. Als ich nach meinen Experimenten in der Lage war Links, Anker usw. auswendig zu benutzen, hatte ich die fixe Idee eine Tabelle auf meine erste Homepage einzubauen. Also experimentiere ich damit solange bis ich das Prinzip dahinter verstanden hatte. Weitere Test folgten bis irgendwann meine Seite fertig war und die ersten Besucher folgten.

Die Seite war in ihrer Nische recht erfolgreich. Ich habe in kürzester Zeit etwas ganz neues gelernt und das ohne etwas in Vorfeld zu planen, terminiere oder sonst etwas. Das einzige was mir von Beginn an klar war, war das warum. Es war einfach nur der Wunsch da und wurde umgesetzt.

Die Geschichte mit dem Blog ist da etwas anders. Damals wurde ich von einem Freund gefragt, ob ich nicht einen Blog starten wolle. Ich verneinte dies, da ich keinen Grund dazu gehabt hatte und vor allem nicht wusste worüber ich schreiben sollte. Als ich einige Wochen nach dem Change-Event2009 die Übung aus dem Beitrag “Herausfinden, was man wirklich will” durchgeführt und aufgrund von “Weinanfällen“ herausgefunden habe, dass ich Menschen helfen möchte, suchte ich nach einen Weg. Ich erinnerte mich an die Anfrage des Freundes und mir war ab da klar: „Ich möchte Bloggen“. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich a.) einen Webserver und b.) wusste ich, dass ich WordPress brauche.

Ich installierte WordPress und mir viel ein das ich einen Namen brauchte. Ich machte ein Brainstorming, fand den Namen und reservierte die Domain. Der Blog war geboren. Alles weiter wie Suchmaschinenoptimierung (Onpage/Offpage), Plugins, RSS-Feeds kam alle im Laufe der Zeit. Ich plante weder Artikel, Kategorien, Serien oder sonst etwas.
Auch wenn ich bei meiner ersten Homepage oder diesen Blog keine Pläne im Vorfeld gemacht habe, wusste ich immer genau warum ich das Ziel erreichen wollte und im Gegensatz zu all den Goalsetting-Techniken, hat mich alleine dieses Wissen dazu motiviert weiterzumachen. Ich weiß, dass ich mit dem Blog noch eine Menge zu tun habe, aber auch hier tauchte schon mein nächster Schritt auf.

Daher gebe ich Dir den Tipp, dass alles was du brauchst um deine Ziele zu erreichen, die Antwort auf folgende Frage ist:

Warum möchte ich das Ziel erreichen? Welche Vision steckt dahinter?

Mir ist bei meinem Jahresrückblick klar geworden, dass bei all der Planung, das aufbrechen der Ziele in kleine Teilschritte, das Terminieren, usw. die Motivation und vor allem das Wissen um das „Warum“ verloren gehen. Wenn du dir die oben genannte Frage beantwortest und absolute Klarheit hast, solltest du genug Motivation aufbringen, auch ohne Planung deine Ziele zu erreichen. Falls es dann doch noch Motivationsprobleme gibt, wäre eine Zielcollage das richtige für dich.

Bei allen Zielen, die ich bisher erfolgreich umgesetzt habe, bin ich „erst gesprungen und habe dann nachgedacht“. Das Beste daran war, dass alle Teilschritte, auf dem Weg zur Zielerfüllung automatisch aufgetauchten und alles praktisch wie von selbst seinen Lauf nahm.

Ich hoffe dieser Tipp hilft Dir bei der Erreichung deiner Ziele genauso wie mir.

So Long

Michael

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Kommentare zu dem Beitrag “Goalsetting und Ziele erreichen – Wieso das NICHT funktioniert!”

  1. Hey Michael, sehr geiler Artikel! Fast zu der selben
    Ansicht bin ich Mitte letztes Jahr auch gekommen! :) Wenn Du weißt
    WARUM Du es tust, erübrigt sich der rest meistens sowieso… Es
    reicht eben NICHT aus, sich die Sachen nur zu Wünschen oder als
    fest-terminiertes Ziel mit all seinen Vorteilen im Kopf
    aufzuschreiben. Um die Sachen wirklich in Dein Leben zu ziehen sind
    KOMPLETT ANDERE Einstellungen / Vorrangehensweisen notwendig als
    dieser larifari NLP-Bullshit!! Nebenbei bemerkt: Tollen und
    lesenswerten Blog hast Du da! ;-) lg, Jonas

  2. Hey Jonas,

    du hast den Nagel auf den Kopf getroffen, aber auch wenn ich in dem Beitrag etwas über die Zielsetzung-Techniken aus dem NLP/GTD/ZTD usw. ablästere, heißt es nicht dass es zwingend Käse ist….es heißt eher, dass es für mich nicht funktioniert, für andere mag es aber durchaus funktionieren.

    Abgesehen davon halte ich NLP nicht larifari Bullshit, denn abgesehen von den Zielsetzungstechniken funktioniert vieles andere, bei mir sogar sehr gut.

    So Long und Liebe Grüße

    Michael

  3. Hi Micha,

    ein toller Artikel!!!!

    Warum möchte ich das Ziel erreichen? Welche Vision steckt dahinter?

    besonders dieser Satz bringt den Nagel auf den Punkt. Ich glaube auch das man sich 100 Ziele setzen kann aber wenn die Vision dahinter fehlt, alles nichts bringt. Diese Vision gilt es wohl zu finden….

    Liebe Grüße,

    Markus

  4. In meiner Welt ist der Punkt A = attraktiv genau das WARUM/die Vision.
    Sonst ist ein Ziel doch gar nicht attraktiv…

  5. Du hast vollkommen recht. Ein gesetztes Ziel ist in der Regel attraktiv, denn sonst wäre es kein Ziel. Wenn ich allerdings anfange schritte zu planen, verliere ich oft die attraktivität aus den augen. Ich plane, plane und mache mir oft nur gedanken um (mögliche) nächste Schritte. Fallen mir keine ein, oder bin ich unzufrieden, falle ich in einen endlos loop….es wird geplant, überlegt, geplant….die unzufriedenheit wächst, weil einem nichts einfällt und ehe man sich versieht ist die attraktivät verloren. Komischer weise passiert das immer dann, wenn ich beispielsweise nach dem SMART Modell vorgehe…..wenn ich darauf verzichte und einfach springe (den ersten Schritt gehen) und mich treiben lasse……bleibt die Attraktiviät da und ich erreiche die Ziele.

    lg




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